Amrocks Hühner Rasseportrait

Die Amrocks: Das perfekte Huhn für Selbstversorger und Hobbyhalter?

Wer mit der Hühnerhaltung beginnt oder seine Gruppe erweitern möchte, stößt unweigerlich auf die Amrocks. Diese Rasse gilt als das „Wirtschaftshuhn“ schlechthin. Aber was macht sie so besonders? In diesem Rasseportrait schauen wir uns den Ursprung, die Merkmale und die Haltung dieser beeindruckenden Tiere genauer an.

Ursprung und Geschichte

Die Amrocks haben ihre Wurzeln in den USA. Sie stammen von der Rasse Plymouth Rock ab, die wiederum aus einer Kreuzung von Dominikanern, schwarzen Cochins und schwarzen Java-Hühnern hervorging. Während sie in Amerika bereits 1874 anerkannt wurden, gelangten sie erst 1948 nach Deutschland. Hier lag der Fokus der Zucht vor allem darauf, die starken wirtschaftlichen Eigenschaften zu erhalten und gleichzeitig das optische Erscheinungsbild zu verfeinern.

Das markante Aussehen: Die „Kirchenglocke“

Ein besonderes Merkmal der Amrocks ist ihr Körperbau. Man spricht oft vom Glockenmodell: Die Konturen von Hals, Rücken und Schwanz sollen bei der Henne die Form einer liegenden Kirchenglocke bilden.

  • Gefieder: Amrocks gibt es nur in einem Farbschlag: gestreift. Jede Feder weist mehrere schwarze Querstreifen auf und endet in einer schwarzen Spitze.
  • Gewicht: Es handelt sich um schwere Tiere. Ein Hahn wiegt zwischen 3 und 4 kg, eine Henne etwa 2,5 bis 3 kg.
  • Besonderheit bei Küken: Ein großer Vorteil für Züchter ist, dass man das Geschlecht oft schon am ersten Tag erkennen kann. Hennenküken sind meist dunkler und haben einen kleineren, schärfer abgegrenzten Kopffleck als die helleren Hähnchen.

Leistung: Eier und Fleisch

Das Amrock-Huhn ist ein klassisches Zwiehuhn. Das bedeutet, es liefert sowohl eine beachtliche Menge an Eiern als auch einen guten Fleischansatz.

  • Legeleistung: Eine Henne legt ca. 200 bis 220 Eier pro Jahr. Die Eier sind braun bis gelb-rötlich und wiegen etwa 58 bis 60 Gramm.
  • Beständigkeit: Beeindruckend ist, dass die Hennen selbst im dritten Jahr noch zuverlässig große und schwere Eier legen.
  • Fleischqualität: Aufgrund ihres Gewichts eignen sie sich hervorragend als Tafelhuhn für Selbstversorger.

Wesen und Haltung

Amrocks sind bekannt für ihren ruhigen und freundlichen Charakter. Sie werden schnell zutraulich, was sie ideal für Familien macht.

Was man bei der Fütterung beachten muss:

Die Tiere sind sehr gute Futterverwerter, neigen aber im Alter zur Verfettung. Das ist ein Problem, denn verfettete Hennen legen deutlich weniger Eier.

  • Tipp: Am besten bietet man ihnen viel freien Auslauf. Dort suchen sie sich einen Großteil ihres Futters selbst und bleiben agil.

Zaun und Stall:

Da Amrocks aufgrund ihres Gewichts kaum fliegen, reicht eine niedrige Umzäunung meist völlig aus. Sie sind robust und bei jedem Wetter gerne draußen, benötigen aber natürlich einen Stall als Schutz vor der Witterung und als Schlafplatz.

Gibt es Nachteile?

Ein Punkt, den man wissen sollte: Der Bruttrieb wurde den Amrocks fast vollständig weggezüchtet. Wer also auf Naturbrut hofft, wird bei dieser Rasse eher wenig Glück haben; hier ist meist eine Kunstbrut erforderlich.

Fazit: Die Zwerg-Variante

Für Halter mit weniger Platz gibt es zudem die Zwerg-Amrocks. Diese wiegen nur etwa 1 bis 1,2 kg, legen aber immer noch beachtliche 140 Eier im Jahr.

Egal ob groß oder klein – die Amrocks sind eine vitale, dankbare und leistungsstarke Rasse, die in jedem Hühnerauslauf eine gute Figur macht.

Hier ist das Video zum Artiekel Die Amrocks: Das perfekte Huhn für Selbstversorger und Hobbyhalter?

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