Rassekaninchenzucht welche Kriterien und was bedeutet die Tätowierung im Ohr bei der Kaninchenzucht

Rassekaninchenzucht: Kriterien, Standards und das Geheimnis der Tätowierung

Die Zucht von Rassekaninchen ist weit mehr als nur die Vermehrung von Tieren. Es ist ein anspruchsvolles Hobby, bei dem es darum geht, gewünschte Eigenschaften zu verstärken und Fehler durch gezielte Auswahl zu minimieren. Doch worauf achten Preisrichter eigentlich? Und was bedeuten die mysteriösen Zahlen und Buchstaben in den Ohren der Tiere?

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Kriterien der Rassekaninchenzucht am Beispiel eines „Sachsengold“-Kaninchens.

Der Standard: Das Regelwerk der Züchter

In Deutschland gibt der Zentralverband Deutscher Rassekaninchenzüchter (ZDRK) den Standard vor. Dieser ist in verschiedene Abteilungen unterteilt – von großen Rassen über Kurzhaarrassen bis hin zu den kleinen Rassen, zu denen auch das Sachsengold gehört.

Um festzustellen, wie nah ein Tier dem Idealbild kommt, werden Kaninchen auf Schauen (von der Lokalschau bis zur Bundesschau) von Preisrichtern bewertet.

Was bedeuten die Tätowierungen?

Jedes Zuchttier trägt seine „Identität“ in den Ohren. Diese Markierungen sind für die Zuordnung auf Ausstellungen unerlässlich:

  • Rechtes Ohr: Hier steht das Vereinskennzeichen. Ein Buchstabe gibt das Bundesland an (z. B. „C“ für Baden-Württemberg oder „H“ für Hessen), gefolgt von der Nummer des jeweiligen Vereins.
  • Linkes Ohr: Hier findet man die Zuchtdaten. Die erste Zahl steht für den Geburtsmonat, die zweite für das Jahr und die restlichen Ziffern geben die laufende Nummer des Wurfs bzw. des Tieres an.

Die 7 Bewertungskriterien im Check

Am Beispiel eines Sachsengold-Kaninchens lässt sich gut zeigen, worauf es bei der Bewertung ankommt:

  1. Gewicht: Für ein ausgewachsenes Sachsengold liegt das Idealgewicht zwischen 2,75 kg und 3,25 kg.
  2. Körperform, Typ und Bau: Der Körper sollte kurz und gedrungen sein, hinten gut abgerundet und frei von „Wammenbildung“ (Hautfalten am Hals).
  3. Fellhaar: Es sollte mittellang, sehr dicht und gleichmäßig behaart sein. Auch die Ohren müssen gut behaart sein.
  4. Kopf und Ohren: Der Kopf sollte kurz und dicht am Körper sitzen. Die ideale Ohrenlänge beim Sachsengold liegt zwischen 9 und 11 cm.
  5. Deckfarbe und Gleichmäßigkeit: Beim Sachsengold wird ein intensives Rotgelb über den gesamten Körper (inklusive Läufe und Blume) gefordert. Die Augen sollten braun und die Krallen hornfarbig sein.
  6. Unterfarbe: Die Farbe direkt an der Haut sollte der Deckfarbe so ähnlich wie möglich sein und ohne Unterbrechung bis zum Boden reichen.
  7. Pflegezustand: Dies ist die „Visitenkarte“ des Züchters. Sind die Zähne in Ordnung? Sind die Krallen geschnitten? Ist das Tier sauber?.

Fazit

Rassekaninchenzucht erfordert viel Wissen und ein scharfes Auge für Details. Ob ein Tier wirklich „vorzüglich“ ist, entscheidet am Ende der Preisrichter auf der Schau. Aber auch für Hobbyhalter ist es spannend zu wissen, welches Potenzial in den eigenen Langohren steckt.

Hier das Video zum Artikel Rassekaninchenzucht welche Kriterien und was bedeutet die Tätowierung im Ohr bei der Kaninchenzucht

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