Wachteleier erfolgreich ausbrüten: Von der Brutmaschine bis zur Sensation im Stall
Die eigene Nachzucht von Wachteln ist ein faszinierendes Hobby, das jedoch Fingerspitzengefühl und die richtige Technik erfordert. In unserem aktuellen Video nehmen wir euch mit durch den gesamten Prozess – vom Einlegen der Eier bis hin zu einer handfesten Überraschung in der Voliere.
1. Die Vorbereitung: Das perfekte Brutei
Bevor es losgeht, steht die Auswahl der Eier an. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist das Gewicht: Ein Wachtel-Brutei sollte mindestens 12 Gramm auf die Waage bringen. Kleinere Eier bieten dem Küken oft nicht genügend Nährstoffe für eine gesunde Entwicklung.
2. Die Brutphase: Parameter für den Erfolg
Sobald die Eier in die Brutmaschine wandern, kommt es auf die Konstanz an. Wir brüten bei folgenden Werten:
- Temperatur: 37,5 Grad Celsius.
- Luftfeuchtigkeit: 50 bis 55 %.
Wichtig: In den ersten drei Tagen bleibt die Brutmaschine absolut tabu! Sie sollte nicht geöffnet werden, um das sensible Brutklima nicht zu stören. Kontrolliert lediglich von außen die Temperatur und füllt bei Bedarf Wasser für die Feuchtigkeit nach.
3. Das Schieren: Licht ins Dunkel bringen
Um zu sehen, ob sich in den Eiern Leben entwickelt, führen wir zwei Kontrollen durch:
- Nach 7 Tagen: Das erste Schieren. Unbefruchtete Eier werden aussortiert. Bei Wackelkandidaten gilt: Im Zweifel im Brüter lassen.
- Nach 14 Tagen: Das zweite Schieren. Jetzt ist deutlich erkennbar, welche Embryonen sich weiterentwickelt haben.
4. Der Endspurt: Umbetten auf die Schlupfhorde
Zeitgleich mit dem zweiten Schieren nach 14 Tagen erfolgt das Umbetten. Die Eier werden von den Wendeeinsätzen auf die Schlupfhorde gelegt.
Für den Schlupf passen wir die Werte an: Die Temperatur bleibt bei 37,5 Grad, aber die Luftfeuchtigkeit wird auf 70 % erhöht. Der Grund? Die hohe Feuchtigkeit macht die Eierschale weicher, was den Küken den Ausstieg massiv erleichtert.
5. Wenn die Küken da sind
Geduld ist die wichtigste Tugend beim Schlupf. Die Küken sollten erst aus dem Brüter in die Aufzuchtbox umziehen, wenn sie vollständig trocken sind. Sie können problemlos bis zu 24 Stunden im Brüter bleiben, da sie in dieser Zeit noch von ihrem Dottersack zehren.
Pro-Tipp: Schaltet den Brüter nach dem 17. Tag nicht sofort aus! Es gibt oft „Nachzügler“. Wir warten meist bis zum 20. Tag ab.
6. Die Sensation: Naturbrut bei Wachteln!
Während unsere Kunstbrut mit insgesamt 43 geschlüpften Küken aus zwei Zuchtstämmen erfolgreich verlief, gab es im Stall eine echte Sensation zu bestaunen. Entgegen der landläufigen Meinung, dass Wachteln ihren Bruttrieb weitgehend verloren haben, hat eine unserer Hennen das zweite Jahr in Folge eine Naturbrut vollzogen. Etwa zwei Wochen nach unserer Kunstbrut konnten wir sechs kleine, muntere Küken entdecken, die ganz natürlich von ihrer Mutter ausgebrütet wurden.
Hier das Video zum Artikel Wachteleier ausbrüten schieren umbetten

