Was kosten Eier aus privater Hühnerhaltung wirklich? Eine Kostenanalyse
Viele Hobbyhalter stellen sich die Frage: Rechnet sich die eigene Hühnerhaltung eigentlich finanziell, oder ist es ein reines Draufzahlgeschäft? Inspiriert durch eine Aktion von „Doktor Bene“, habe ich für 40 Tage genau Buch geführt, um den Selbstkostenpreis meiner Eier zu ermitteln.
In diesem Artikel erfährst du, was ein Ei bei mir kostet und warum der Profit für mich eigentlich nebensächlich ist.
Die Rahmenbedingungen des Experiments
Um vergleichbare Zahlen zu erhalten, habe ich mich bei der Berechnung primär auf die Futterkosten konzentriert.
- Zeitraum: 40 Tage (vom 4. Juni bis zum 17. Juli).
- Bestand: 6 Araucana-Hennen und 1 Hahn.
- Futter: Ein 25-kg-Sack „Wellness Legemischung“ (enthält Weizen, Gerste, Mais, Sojabohnen, Sonnenblumenkerne und Muschelschalen).
- Kosten pro Sack: 18,45 €.
Schwierigkeiten während der Testphase
In der Theorie legt eine Araucana-Henne etwa 180 Eier im Jahr – das entspricht statistisch gesehen einem Ei alle zwei Tage. Bei 40 Tagen und 6 Hennen hätte ich also mit ca. 120 Eiern gerechnet.
In der Realität kamen jedoch nur 89 Eier zusammen. Gründe hierfür waren:
- Zwei Junghennen liefen mit, waren aber noch nicht legereif.
- Die „Holunder-Regel“: Eine alte Bauernweisheit besagt, dass Hühner „müde“ werden und weniger legen, wenn der Holunder blüht. Tatsächlich sank die Ausbeute in dieser Zeit merklich auf teilweise nur drei Eier pro Tag.
Die Kalkulation: Was kostet ein Ei?
Basierend auf dem Futterverbrauch und der tatsächlichen Eieranzahl ergibt sich folgende Rechnung:
- Futterkosten: 18,45 € für 89 Eier.
- Selbstkosten pro Ei: ca. 20,7 Cent.
- Kosten pro 10er-Pack: 2,07 €.
Bei einem fiktiven Verkaufspreis von 3,00 € für zehn Eier bliebe ein „Gewinn“ von gerade einmal 93 Cent.
Wichtig: In dieser Rechnung sind Strom, Wasser und andere Verbrauchsmaterialien noch gar nicht enthalten! Rechnet man diese dazu, wird das Ei natürlich noch teurer.
Fazit: Lohnt sich die Hühnerhaltung?
Rein finanziell gesehen ist die private Hühnerhaltung kaum ein Geschäftsmodell. Man kann froh sein, wenn man durch den Verkauf überschüssiger Eier die Futterkosten wieder hereinholt – von echtem Gewinn kann man hier nicht sprechen.
Doch für mich stehen andere Werte im Vordergrund:
- Ausgleich und Entspannung: Die Arbeit mit den Tieren ist ein wunderbarer Hobby-Ausgleich.
- Tierwohl: Ich möchte keine Massentierhaltung unterstützen.
- Geschmack: Eier und Fleisch aus eigener Haltung sind geschmacklich nicht mit Industrieware zu vergleichen.
Die Selbstversorgung ist also weniger eine Frage des Geldes, sondern eine Frage der Lebenseinstellung.
Das Video zum Artikel findest du hier: Was kosten meine Eier in der privaten Hühner Haltung?

